Kardiologe nach COVID: Wann eine Abklärung des Herzens sinnvoll ist

Ein Kardiologe ist nach einer COVID-19-Infektion oder anderen schweren Infektionen der richtige Ansprechpartner, wenn Sie neue oder anhaltende Beschwerden am Herzen, im Kreislauf oder bei Ihrer allgemeinen Belastbarkeit feststellen. Viele Menschen fühlen sich auch lange nach dem Abklingen der akuten Infektion nicht wieder vollständig fit. Anhaltendes Herzrasen, Luftnot oder ein spürbarer Leistungsabfall können sehr beunruhigend sein. In unserer Praxis nehmen wir diese Post-COVID-Symptome sehr ernst und bieten Ihnen eine strukturierte Abklärung durch unseren erfahrenen Kardiologen Dr. Raphael Bruno, um organische Ursachen zu finden oder auszuschließen.

Der Weg zum Kardiologen nach COVID: Welche Symptome sind relevant?

Nicht jede Form von Erschöpfung nach einer Infektion deutet auf ein Herzproblem hin. Es gibt jedoch spezifische Symptome, die Sie veranlassen sollten, einen Termin beim Kardiologen nach einer COVID-Infektion zu vereinbaren.

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn folgende Beschwerden Wochen nach der Infektion fortbestehen oder neu auftreten:

  • Herzrasen (Tachykardie): Ein unangemessen schneller Puls in Ruhe oder bei geringster Anstrengung wie dem Aufstehen aus dem Bett.
  • Herzstolpern (Palpitationen): Ein unregelmäßiger, flatternder oder „springender“ Herzschlag.
  • Brustschmerzen: Jede Form von Druck, Engegefühl oder Stechen im Brustkorb, die neu aufgetreten ist.
  • Kurzatmigkeit (Dyspnoe): Das Gefühl, schon bei leichten Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen „außer Puste“ zu sein.
  • Schwindel und Kreislaufinstabilität: Insbesondere „Schwarzwerden vor Augen“ beim schnellen Aufrichten.
  • Anhaltende, ausgeprägte Leistungsschwäche: Eine massive Erschöpfung (Fatigue), die sich von normaler Müdigkeit unterscheidet und die Rückkehr in den Alltag behindert.

Ihr erster Termin beim Kardiologen nach COVID: Was erwartet Sie?

Der erste und wichtigste Schritt bei Ihrem Termin bei einem Kardiologen nach COVID ist ein ausführliches Gespräch. Wir wissen, dass die Symptome oft diffus und schwer zu beschreiben sind. Dr. Raphael Bruno wird Ihnen aufmerksam zuhören und gezielte Fragen stellen, um Ihre Beschwerden einzuordnen.

Typische Fragen, die wir stellen, sind:

  • Wann genau war Ihre COVID-19-Infektion und wie schwer war der Verlauf (mit/ohne Fieber, Krankenhausaufenthalt)?
  • Welche Symptome hatten Sie während der akuten Phase?
  • Welche Beschwerden stehen jetzt im Vordergrund und wann treten sie auf?
  • Wie hat sich Ihre körperliche Belastbarkeit im Vergleich zu vor der Infektion verändert?
  • Haben Sie Vorerkrankungen am Herzen?

Eine gute Vorbereitung Ihrerseits ist hier sehr hilfreich. Das Führen eines Symptom-Tagebuchs über einige Tage kann uns wertvolle Hinweise geben.

Vorlage für ein Symptom-Tagebuch

Datum / Uhrzeit

Situation / Tätigkeit (z.B. Aufstehen, Treppensteigen)

Beschwerde (z.B. Herzrasen, Schwindel, Luftnot)

Puls (falls gemessen)

z.B. 05.10. / 09:05 Uhr

Aufstehen aus dem Bett

Starker Schwindel, Herzrasen

80 -> 125/min

z.B. 05.10. / 14:30 Uhr

Spaziergang (flach)

Nach 10 Min. starke Luftnot, musste anhalten

140/min

z.B. 06.10. / 11:00 Uhr

In Ruhe am Schreibtisch

Plötzliches Herzstolpern für ca. 1 Minute

Unregelmäßig

Die diagnostischen Werkzeuge des Kardiologen nach COVID

Basierend auf dem Gespräch leiten wir eine stufenweise und gezielte Diagnostik ein. Ziel ist es, die häufigsten und wichtigsten kardialen Ursachen für Ihre Beschwerden zu überprüfen.

  • Körperliche Untersuchung: Inklusive Blutdruckmessung im Liegen und Stehen, um Kreislaufreaktionen zu beurteilen.
  • Ruhe-EKG: Zur Analyse des Herzrhythmus und zur Suche nach Anzeichen einer Entzündung oder Schädigung.
  • Laboruntersuchung: Wir bestimmen wichtige Blutwerte, insbesondere das kardiale Troponin (ein Marker für Herzmuskelschaden), Entzündungswerte und Gerinnungsparameter.
  • Herzultraschall (Echokardiographie): Dies ist eine zentrale Untersuchung, um die Pumpfunktion, die Herzklappen und die Struktur des Herzmuskels detailliert zu beurteilen.
  • Weiterführende Diagnostik: Je nach Befund können ein Langzeit-EKG (bei Herzstolpern), ein Belastungs-EKG (zur objektiven Messung der Leistungsminderung) oder eine Langzeit-Blutdruckmessung sinnvoll sein.

Typische Befunde und was sie bedeuten: Von Myokarditis bis POTS

Die Untersuchung durch den Kardiologen nach COVID kann zu verschiedenen Diagnosen führen. Zu den häufigsten gehören:

  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Eine Entzündung des Herzmuskels, die eine konsequente körperliche Schonung erfordert.
  • Herzbeutelentzündung (Perikarditis): Eine Entzündung des Herzbeutels, oft mit Brustschmerzen verbunden.
  • Posturales Tachykardiesyndrom (POTS): Eine Fehlregulation des Kreislaufs, die zu einem übermäßigen Pulsanstieg im Stehen führt. Dies ist eine häufige Ursache für Herzrasen und Schwindel nach COVID-19.
  • Inadäquate Sinustachykardie: Ein anhaltend erhöhter Ruhepuls ohne erkennbare strukturelle Ursache, bedingt durch eine Störung des vegetativen Nervensystems.
  • Unauffälliger organische Befund: Sehr häufig finden wir auch keine strukturelle Schädigung am Herzen. Dies ist eine sehr beruhigende Nachricht, auch wenn die Symptome fortbestehen. Die Ursache liegt dann oft in einer allgemeinen Dekonditionierung oder einer Dysregulation des Nervensystems, die Zeit zur Heilung benötigt.

Der Kardiologe nach COVID

Eine der wichtigsten Fragen für aktive Menschen ist: „Wann darf ich wieder Sport treiben?“. Eine zu frühe oder zu intensive Belastung nach einer COVID-19-Infektion birgt erhebliche Risiken. Als Sportkardiologe ist Dr. Raphael Bruno Ihr Experte für die „Return to Sport“-Entscheidung. Basierend auf dem Verlauf Ihrer Erkrankung und den Ergebnissen der kardiologischen Untersuchung erstellen wir einen sicheren und stufenweisen Plan für Ihre Rückkehr zur vollen sportlichen Belastbarkeit. Die wichtigste Regel lautet: Beginnen Sie langsam und hören Sie auf die Signale Ihres Körpers.

Häufige Fragen an den Kardiologen nach COVID

Hier beantworten wir häufige Fragen, die uns von Patienten nach einer Corona-Infektion gestellt werden.

Ich bin geimpft. Kann ich trotzdem Herzprobleme nach einer Infektion bekommen?

Ja. Die Impfung schützt vor schweren Verläufen von COVID-19, aber sie verhindert eine Infektion nicht zu 100%. Auch bei geimpften Personen können nach einer Durchbruchinfektion Post-COVID-Symptome, einschließlich Herzbeschwerden, auftreten, wenngleich das Risiko geringer zu sein scheint.

Wie lange können solche Post-COVID-Symptome am Herzen andauern?

Die Dauer ist sehr individuell. Bei vielen Patienten bessern sich die Symptome innerhalb von drei bis sechs Monaten langsam und schrittweise. Bei einigen können die Beschwerden jedoch auch 12 Monate oder länger anhalten. Geduld und ein symptomadaptiertes Management sind hier entscheidend.

Mein Hausarzt findet nichts. Sollte ich trotzdem zum Kardiologen nach COVID?

Ja. Wenn Sie weiterhin unter spezifischen Herz- oder Kreislaufsymptomen leiden, ist eine Untersuchung beim Spezialisten sinnvoll. Ein Kardiologe nach COVID verfügt über spezifische diagnostische Möglichkeiten (z.B. Herzultraschall, Belastungstests) und die Expertise, auch subtile Funktionsstörungen zu erkennen, die in einer Basisuntersuchung eventuell nicht auffallen.

Kann man eine Post-COVID-Herzerkrankung behandeln?

Ja. Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose. Eine Myokarditis wird primär mit konsequenter körperlicher Schonung behandelt. Bei POTS helfen Kreislauftraining und eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr. Bei Herzrasen können niedrig dosierte Medikamente wie Betablocker die Symptome lindern.

Ist das Risiko für Herzprobleme bei den neueren Virusvarianten geringer?

Die neueren Omikron-Varianten führen im Durchschnitt zu milderen akuten Krankheitsverläufen. Post-COVID-Syndrome, einschließlich Herzbeschwerden, können aber dennoch auftreten. Jede SARS-CoV-2-Infektion stellt ein potenzielles Risiko für Langzeitfolgen dar, weshalb Vorsicht geboten ist.

Ich habe Angst vor einer Impfung wegen des Risikos einer Myokarditis. Was ist das größere Risiko?

Die wissenschaftlichen Daten sind hier eindeutig: Das Risiko, eine Myokarditis durch die COVID-19-Erkrankung selbst zu erleiden, ist um ein Vielfaches höher als das sehr seltene Risiko einer Impf-assoziierten Myokarditis. Ein Kardiologe wird Ihnen nach COVID-Infektionen deutlich häufiger eine Myokarditis diagnostizieren als nach einer Impfung.

Spielt das Alter eine Rolle für das Risiko von Post-COVID-Herzproblemen?

Post-COVID-Syndrome können in jedem Alter auftreten. Während schwere akute Verläufe bei älteren Patienten häufiger sind, scheinen jüngere bis mittelalte Patienten, insbesondere Frauen, häufiger von funktionellen Störungen wie POTS im Rahmen von Long-COVID betroffen zu sein.

Was kann ich selbst tun, um die Genesung meines Herzens zu unterstützen?

Das Wichtigste ist, auf Ihren Körper zu hören und ihn nicht zu überfordern („Pacing“). Eine gesunde, antientzündliche Ernährung, ausreichend Schlaf und sanfte Bewegung im schmerz- und symptomfreien Bereich (z.B. Spaziergänge) sind die besten Maßnahmen zur Unterstützung der Regeneration.

Ich bin nach Corona immer noch so müde. Ist das mein Herz?

Ausgeprägte Fatigue ist ein Kernsymptom des Post-COVID-Syndroms. Sie kann, muss aber keine kardiale Ursache haben. Eine Untersuchung beim Kardiologen nach COVID ist wichtig, um eine Herzschwäche als Ursache auszuschließen. Oft liegt jedoch eine eigenständige, neuro-immunologische Störung vor.

Werden meine Beschwerden ernst genommen?

Ja, absolut. Wir wissen, wie belastend und verunsichernd die Symptome nach einer COVID-19-Infektion sein können. In unserer Praxis können Sie sicher sein, dass wir Ihren Schilderungen aufmerksam zuhören und alle notwendigen Schritte unternehmen, um eine organische Ursache für Ihre Beschwerden zu finden oder auszuschließen.

Ihr Weg zur Genesung – Wir schaffen Klarheit für Ihr Herz

Anhaltende Beschwerden nach einer COVID-19-Infektion sind keine Einbildung. Eine spezialisierte kardiologische Untersuchung kann Ihnen helfen, die Ursachen zu verstehen, ernsthafte Erkrankungen auszuschließen und einen sicheren Weg zurück in ein aktives und unbeschwertes Leben zu finden. Wenn Sie unter Herz- oder Kreislaufproblemen nach einer Corona-Erkrankung leiden, vereinbaren Sie einen Termin. Wir sind für Sie da.

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