Lipidologie: Ihr Spezialist für Fettstoffwechselstörungen und Cholesterin

Die Lipidologie ist der spezialisierte Bereich der Inneren Medizin und Kardiologie, der sich mit der Diagnose, Behandlung und Prävention von Fettstoffwechselstörungen befasst. Erhöhte Blutfettwerte, insbesondere ein hohes Cholesterin, gehören zu den größten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Als zertifizierter Lipidologe (DGFF®) bietet Ihnen Dr. Raphael Bruno in seiner Praxis eine hochqualifizierte Betreuung auf diesem wichtigen Gebiet der Präventivmedizin. Wir übersetzen komplexe Laborwerte in eine für Sie verständliche Diagnose und entwickeln eine maßgeschneiderte Strategie, um Ihre Blutfette optimal einzustellen und Ihre Gefäße zu schützen.

Warum Lipidologie? Die „stillen“ Gefahren hoher Blutfettwerte

Fettstoffwechselstörungen verursachen über lange Zeit keine spürbaren Symptome. Man fühlt sich nicht krank, doch im Inneren der Blutgefäße kann ein schleichender und gefährlicher Prozess stattfinden: die Arteriosklerose, umgangssprachlich auch als „Gefäßverkalkung“ bekannt.

Dabei lagert sich überschüssiges LDL-Cholesterin in den Wänden der Arterien ab. Diese Ablagerungen, sogenannte Plaques, führen zu Entzündungen, verengen die Gefäße und machen sie starr und brüchig. Wenn eine solche Plaque aufreißt, kann sich ein Blutgerinnsel bilden, das ein Gefäß schlagartig verschließt – die Folge ist ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Lipidologie hat das Ziel, diesen Prozess durch eine frühzeitige und konsequente Behandlung der zugrundeliegenden Fettstoffwechselstörung aufzuhalten oder zu verlangsamen.

Das Spektrum der Lipidologie: Mehr als nur Cholesterin

Wenn von „Blutfetten“ die Rede ist, denken die meisten Menschen nur an Cholesterin. Die moderne Lipidologie betrachtet das Spektrum jedoch weitaus differenzierter. Für eine exakte Risikobewertung ist es entscheidend, die verschiedenen „Mitspieler“ im Fettstoffwechsel zu kennen und zu bewerten.

Die wichtigsten ApoA, ApoB, LDL-Subfraktionen im Überblick

Lipid-Wert

Bezeichnung („Spitzname“)

Wirkung auf die Gefäße

Allgemeiner Zielbereich

LDL-Cholesterin

„Schlechtes“ Cholesterin

Fördert die Plaque-Bildung (atherogen)

So niedrig wie möglich, Zielwert hängt vom individuellen Risiko ab

HDL-Cholesterin

„Gutes“ Cholesterin

Transportiert überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßen ab

Bei Männern > 40 mg/dl, bei Frauen > 50 mg/dl

Triglyceride

Neutralfette

Können in hohen Konzentrationen ebenfalls gefäßschädigend wirken

< 150 mg/dl

Lipoprotein(a) / Lp(a)

„Besonders böses“ Cholesterin

Stark erblich bedingt, fördert Plaque-Bildung und Gerinnselbildung, 6x gefährlicher als LDL

< 30 mg/dl oder < 75 nmol/l

Insbesondere die Messung des Lipoprotein(a) ist ein wichtiger Bestandteil der spezialisierten lipidologische Diagnostik, da dieser Wert ein unabhängiger und oft unterschätzter Risikofaktor ist.

Lipidologische Diagnostik: Ein detaillierter Blick auf Ihre Blutfette

Die Basis jeder Behandlung in der Lipidologie ist eine präzise und umfassende Diagnostik. Diese geht weit über die Messung des Gesamtcholesterins hinaus.

Unsere diagnostischen Schritte umfassen:

  1. Detaillierte Anamnese: Wir erfragen gezielt Ihre persönliche und familiäre Krankengeschichte. Gab es frühe Herzinfarkte oder Schlaganfälle in Ihrer Familie? Dies kann ein Hinweis auf eine erbliche Fettstoffwechselstörung sein.
  2. Spezialisierte Blutanalyse: Wir bestimmen ein differenziertes Lipidprofil, das neben LDL- und HDL-Cholesterin auch Triglyceride und bei entsprechender Indikation das wichtige Lipoprotein(a) und ApoA, ApoB, LDL-Subfraktionen umfasst.
  3. Ganzheitliche Risikobewertung: Die Blutfettwerte allein entscheiden nicht über die Therapie. Wir beziehen alle weiteren Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Raucherstatus und Ihr Alter mit ein, um Ihr individuelles Gesamtrisiko zu berechnen.
  4. Gefäß-Check: Mittels Ultraschall der Halsschlagadern können wir nach bereits vorhandenen arteriosklerotischen Plaques suchen. Der Nachweis solcher Plaques beeinflusst die Dringlichkeit und die Ziele der Therapie maßgeblich.

Moderne Therapieansätze in der Lipidologie

Das Ziel jeder Behandlung in der Lipidologie ist die Senkung des „schlechten“ LDL-Cholesterins auf einen individuell festgelegten Zielwert. Die moderne Therapie folgt dabei einem Stufenkonzept.

  • Stufe 0: Lebensstiloptimierung (Basistherapie)

Eine herzgesunde, mediterrane Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf das Rauchen sind die Grundlage jeder Behandlung und können die Blutfettwerte bereits positiv beeinflussen. Vor allem die kohlenhydratarme Ernährung kann starke Effekte haben.

  • Stufe 1: Statine

Diese Medikamentengruppe ist die am besten untersuchte und wirksamste Therapie zur Senkung des LDL-Cholesterins. Statine hemmen die körpereigene Cholesterinproduktion in der Leber und sind der Goldstandard in der medikamentösen Therapie. Statine werden nicht von allen Menschen vertragen, es gibt viele verschiedene Präparate. Wir beraten Sie individuell.

  • Stufe 2: Ezetimib

Dieses Medikament hemmt die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm. Es wird oft in Kombination mit einem Statin eingesetzt, wenn der LDL-Zielwert damit allein nicht erreicht wird.

  • Stufe 3: PCSK9-Inhibitoren

Dies sind hochwirksame, moderne Medikamente, die als Spritze (alle 2-4 Wochen) verabreicht werden. Sie führen zu einem sehr starken Abbau von LDL-Cholesterin im Körper und kommen bei Hochrisikopatienten zum Einsatz, bei denen andere Therapien nicht ausreichen.

  • Weitere Therapieoptionen: Für spezielle Fälle stehen weitere Medikamente wie Bempedoinsäure oder Inclisiran zur Verfügung.

Welche Therapie für Sie die richtige ist, wird Dr. Raphael Bruno nach einer sorgfältigen Analyse und in einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen festlegen.

Ihr zertifizierter Lipidologe (DGFF) Dr. Raphael Bruno

Die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen erfordert spezielles und stets aktuelles Wissen. Die Zusatzqualifikation „Lipidologe (DGFF®)“ ist ein von der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen vergebenes Zertifikat. Es bescheinigt eine nachgewiesene, hohe Expertise und regelmäßige Fortbildung auf dem Gebiet der Lipidologie.

Wenn Sie sich in die Behandlung von Dr. Raphael Bruno begeben, können Sie sicher sein, dass:

  • Die Diagnostik und Therapie nach den neuesten wissenschaftlichen Leitlinien erfolgt.
  • Auch seltene und komplexe Fettstoffwechselstörungen erkannt und adäquat behandelt werden.
  • Eine fundierte Beratung zu allen verfügbaren modernen Therapieoptionen stattfindet.

Diese zertifizierte Expertise sichert Ihnen eine Betreuung auf höchstem fachlichem Niveau.

Häufige Fragen aus dem Bereich der Lipidologie

Hier beantworten wir häufige Fragen, die uns Patienten zum Thema Blutfette stellen.

Muss ich immer Statine nehmen, wenn mein Cholesterin hoch ist?

Nicht zwangsläufig. Die Entscheidung für eine medikamentöse Therapie hängt von Ihrem individuellen Gesamtrisiko ab. Bei Patienten mit einem ansonsten niedrigen Risiko kann oft zunächst eine intensive Lebensstiländerung versucht werden. Bei Patienten mit sehr hohem Risiko (z.B. nach einem Herzinfarkt) ist eine sofortige und konsequente medikamentöse Senkung des LDL-Cholesterins jedoch unerlässlich.

Was ist der Unterschied zwischen LDL- und HDL-Cholesterin?

Vereinfacht gesagt, ist LDL (Low-Density Lipoprotein) der „Lieferdienst“, der Cholesterin von der Leber in die Körperzellen und auch in die Gefäßwände transportiert. HDL (High-Density Lipoprotein) ist die „Müllabfuhr“, die überschüssiges Cholesterin einsammelt und zur Leber zurückbringt. Deshalb ist ein hohes LDL schlecht und ein hohes HDL gut.

Ist Cholesterin aus der Nahrung (z.B. aus Eiern) wirklich so schlimm?

Die moderne Lipidologie weiß, dass das Cholesterin aus der Nahrung den Blutcholesterinspiegel bei den meisten Menschen nur geringfügig beeinflusst. Der Körper produziert den größten Teil seines Cholesterins selbst. Viel entscheidender für die Blutfettwerte ist die Gesamtzusammensetzung der Ernährung, insbesondere die Art der Fette (gesättigte vs. ungesättigte Fettsäuren) und der Anteil an Zucker und einfachen Kohlenhydraten.

Was bedeutet Lipoprotein(a) oder Lp(a)?

Lipoprotein(a) ist ein Blutfettpartikel, dessen Höhe fast ausschließlich genetisch festgelegt ist. Ein hoher Lp(a)-Wert ist ein signifikanter, unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da er durch Lebensstil oder herkömmliche Medikamente kaum beeinflussbar ist, ist seine Messung wichtig, um das persönliche Risiko korrekt einzuschätzen. Die Messung sollte mindestens einmal im Leben bei jedem Erwachsenen erfolgen.

Haben Statine wirklich so schlimme Nebenwirkungen?

Statine gehören zu den am besten untersuchten Medikamenten weltweit und sind im Allgemeinen gut verträglich. Die am häufigsten diskutierte Nebenwirkung sind Muskelschmerzen, die bei einem Teil der Patienten auftreten können. Aus Studien wissen wir, dass es sich meistens um „Nocebo-Effekte“ handelt, die auch bei Patienten auftreten, die gar keine Statine eingenommen haben. Ein erfahrener Lipidologe kann durch die Wahl des richtigen Präparats, die Anpassung der Dosis oder den Wechsel auf eine Alternative fast immer eine gut verträgliche Lösung finden.

Kann ich hohe Blutfettwerte „spüren“?

Nein, und das ist die große Gefahr. Hohe Blutfettwerte verursachen keine Schmerzen oder andere direkte Symptome. Man kann sich vollkommen gesund fühlen, während die Arteriosklerose fortschreitet. Die einzige Möglichkeit, eine Fettstoffwechselstörung festzustellen, ist eine Blutuntersuchung.

Reicht es nicht, nur auf das Gesamtcholesterin zu schauen?

Nein. Das Gesamtcholesterin ist nur ein grober und oft irreführender Schätzwert. Für die Risikobewertung ist die Aufschlüsselung in die schädliche LDL-Fraktion und die schützende HDL-Fraktion absolut entscheidend. Zwei Menschen können das gleiche Gesamtcholesterin haben, aber ein völlig unterschiedliches Risikoprofil.

Mein Arzt sagt, mein Cholesterin sei „erblich“. Was bedeutet das?

Dies bedeutet, dass bei Ihnen eine genetische Veranlagung für hohe Cholesterinwerte vorliegt (familiäre Hypercholesterinämie). Diese Patienten haben von Geburt an sehr hohe LDL-Werte und ein stark erhöhtes Risiko für frühe Herzinfarkte. Anders als häufig wahrgenommen, ist dies also eine besonders gefährliche Konstellation. Eine frühzeitige Diagnose und eine konsequente medikamentöse Behandlung sind hier besonders wichtig.

Können auch schlanke und sportliche Menschen hohe Blutfettwerte haben?

Ja. Obwohl Übergewicht und Bewegungsmangel Risikofaktoren sind, ist die Höhe der Blutfettwerte zu einem großen Teil genetisch bestimmt. Daher können auch sehr gesund lebende, schlanke und sportliche Menschen eine behandlungsbedürftige Fettstoffwechselstörung haben. Ein gesunder Lebensstil ist wichtig, aber keine Garantie für gute Werte.

Wie schnell wirken Medikamente zur Cholesterinsenkung?

Die Wirkung von Statinen und anderen lipidsenkenden Medikamenten tritt relativ schnell ein. Eine signifikante Senkung des LDL-Cholesterins ist im Blut in der Regel bereits nach vier bis sechs Wochen messbar. Daher wird die erste Kontroll-Blutuntersuchung zur Überprüfung des Therapieerfolgs meist in diesem Zeitfenster angesetzt.

Ihre Blutfettwerte in Expertenhand

Die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen ist ein entscheidender Baustein für ein langes und gesundes Leben. Als zertifizierter Lipidologe (DGFF®) bietet Ihnen Dr. Raphael Bruno eine Betreuung, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Vertrauen Sie Ihre Blutfettwerte einem Spezialisten an. Vereinbaren Sie einen Termin zur umfassenden Beratung und Diagnostik.

Facebook
X
LinkedIn
WhatsApp