Präventive Kardiologie ist der zukunftsweisende Fachbereich der Herzmedizin, der sich nicht mit der Reparatur von Schäden, sondern mit deren intelligenter und wissenschaftlich fundierter Vermeidung beschäftigt. Sie ist die Disziplin, die fragt: „Was müssen wir heute tun, damit Sie in 10, 20 oder 30 Jahren gesund und leistungsfähig bleiben?“ In der Praxis von Dr. Raphael Bruno ist die präventive Kardiologie der Kern unserer Philosophie. Wir nutzen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, um Ihr persönliches Risiko exakt zu bestimmen und eine proaktive Strategie zum Schutz Ihres Herz-Kreislauf-Systems zu entwickeln.
Das Ziel der präventiven Kardiologie: Healthspan maximieren
Das oberste Ziel der modernen präventive Kardiologie ist nicht nur die Verlängerung der Lebensspanne (Lifespan), sondern vor allem die Maximierung der Gesundheitsspanne (Healthspan, oder healthy lifespan). Es geht darum, die Anzahl der Jahre, die Sie in voller körperlicher und geistiger Gesundheit, frei von chronischen Krankheiten und Einschränkungen verbringen, so weit wie möglich auszudehnen. Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Hauptursache für vorzeitigen Tod und Behinderung sind, ist ein präventiv-kardiologischer Ansatz der mit Abstand wirksamste Hebel, um dieses Ziel zu erreichen.
Die wissenschaftliche Basis der präventiven Kardiologie: Von Framingham bis heute
Die präventive Kardiologie ist keine Meinungs-, sondern eine Evidenz-basierte Wissenschaft. Ihr Fundament wurde durch große, jahrzehntelange Beobachtungsstudien wie die berühmte Framingham-Herz-Studie gelegt. Diese und viele folgende Studien haben es uns ermöglicht, die Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen klar zu identifizieren.
Die zentralen, wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse sind:
Diese wissenschaftlichen Fakten sind die Grundlage für jede seriöse Strategie in der präventive Kardiologie.

Instrumente der präventiven Kardiologie: Risikostratifizierung und Bildgebung
Um eine personalisierte Präventionsstrategie zu entwickeln, muss ein Kardiologe Ihr individuelles Risiko präzise einschätzen („Risikostratifizierung“). Hierfür nutzen wir zwei sich ergänzende Hauptinstrumente:
Therapeutische Strategien in der präventiven Kardiologie
Die therapeutischen Maßnahmen in der präventive Kardiologie sind breit gefächert und richten sich nach Ihrem individuellen Risikoprofil. Ihre Wirksamkeit ist in unzähligen Studien belegt.
Evidenzbasierte Präventionsmaßnahmen
Präventive Maßnahme | Evidenzgrad (wissenschaftliche Belegkraft) | Empfehlung der Fachgesellschaften (ESC/DGK) |
LDL-Cholesterin-Senkung mit Statinen | Sehr hoch (Klasse I, Evidenzlevel A) | Starke Empfehlung für alle Patienten mit hohem/sehr hohem Risiko und nach Ereignissen. |
Konsequente Blutdruckkontrolle | Sehr hoch (Klasse I, Evidenzlevel A) | Starke Empfehlung für alle Patienten mit Hypertonie, Zielwerte je nach Risiko. |
Mediterrane Ernährung | Hoch (Klasse I, Evidenzlevel A/B) | Starke Empfehlung als Basis der Prävention für die Allgemeinbevölkerung und Patienten. |
Regelmäßige körperliche Aktivität | Hoch (Klasse I, Evidenzlevel A) | Starke Empfehlung (mind. 150 Min./Woche moderate Intensität). |
Rauchstopp | Sehr hoch (Klasse I, Evidenzlevel A) | Dringendste und absolut notwendige Empfehlung für alle Raucher. |
ASS in der Primärprävention | Niedrig bis moderat, kontrovers | Wird nicht mehr pauschal empfohlen, nur noch in Einzelfällen bei sehr hohem Risiko nach individueller Abwägung. |
Präventive Kardiologie in der Praxis: Ihr Weg mit uns
In unserer Praxis setzen wir die Prinzipien der präventive Kardiologie in einen konkreten, für Sie nachvollziehbaren Plan um.
Häufige Fragen zur präventiven Kardiologie
Hier finden Sie Antworten auf häufige, wissenschaftlich orientierte Fragen zur Herzvorsorge.
Warum sind die Zielwerte für Cholesterin heute so viel niedriger als früher?
Große wissenschaftliche Studien haben zweifelsfrei gezeigt: „the lower, the better“. Je niedriger das LDL-Cholesterin, desto geringer ist das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Die modernen, niedrigeren Zielwerte in der präventive Kardiologie spiegeln diese gesicherte Erkenntnis wider und zielen auf eine maximale Risikoreduktion ab.
Warum ist der Blutdruck in der Nacht so wichtig für die präventive Kardiologie?
Normalerweise sollte der Blutdruck im Schlaf um 10-20% abfallen („Dipping“). Ein fehlender oder unzureichender nächtlicher Abfall ist ein eigenständiger, starker Risikofaktor für zukünftige kardiovaskuläre Ereignisse. Dieser wichtige Parameter kann nur mit einer 24-Stunden-Blutdruckmessung erfasst werden, einem Kerninstrument der präventive Kardiologie.
Was sagt die Wissenschaft zu Nahrungsergänzungsmitteln fürs Herz (Q10)?
Für die meisten frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel (wie Coenzym Q10) konnte in großen, seriösen Studien kein relevanter Nutzen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachgewiesen werden.
Was bedeutet „Primär-“ vs. „Sekundärprävention“ in der Kardiologie?
Primärprävention richtet sich an Menschen, die noch kein kardiovaskuläres Ereignis (wie einen Herzinfarkt) hatten. Ihr Ziel ist es, das erste Ereignis zu verhindern. Die Sekundärprävention richtet sich an Patienten nach einem Ereignis. Ihr Ziel ist es, ein weiteres Ereignis (Re-Infarkt) zu verhindern und ist in der Regel noch intensiver.
Ist die Messung des „biologischen Gefäßalters“ seriös?
Ja, Methoden wie die Messung der Pulswellengeschwindigkeit oder die Intima-Media-Dicke im Ultraschall sind wissenschaftlich validierte Verfahren, um die Steifigkeit und den Zustand der Gefäße zu beurteilen. Sie können im Rahmen der präventive Kardiologie wertvolle Zusatzinformationen zum individuellen Risiko liefern.
Wie sicher sind die neuen Cholesterin-Medikamente wie PCSK9-Inhibitoren?
PCSK9-Inhibitoren sind eine moderne Klasse von hochwirksamen Cholesterinsenkern. Ihre Sicherheit und Wirksamkeit wurden in großen klinischen Studien umfassend belegt. Sie sind eine exzellente Option für Hochrisikopatienten, bei denen Statine nicht ausreichen oder nicht vertragen werden. Ihre Anwendung gehört in die Hand eines Spezialisten für präventive Kardiologie wie Dr. Raphael Bruno.
Warum wird heute mehr Wert auf das ApoB als auf das LDL gelegt?
Apolipoprotein B (ApoB) ist ein Eiweiß, das auf jedem potenziell schädlichen Blutfettpartikel sitzt. Die Messung von ApoB zählt also direkt die Anzahl der schädlichen Partikel. Dies gilt als noch genauerer Risikomarker als die Messung des Cholesterin-Gehalts in diesen Partikeln (LDL-C).
Mein Risiko-Score ist niedrig. Kann ich die Prävention ignorieren?
Nein. Ein niedriger Score ist eine fantastische Ausgangslage, aber keine Garantie für die Zukunft. Die präventive Kardiologie zielt darauf ab, dass Ihr Risiko auch niedrig bleibt. Ein gesunder Lebensstil ist auch bei niedrigem Risiko der Schlüssel, um diesen Status zu erhalten.
Ich habe eine genetische Veranlagung. Ist Prävention bei mir zwecklos?
Ganz im Gegenteil. Gerade wenn Sie eine genetische Veranlagung haben, ist die präventive Kardiologie für Sie am allerwichtigsten. Studien zeigen, dass ein optimaler Lebensstil und eine konsequente medikamentöse Therapie das erhöhte genetische Risiko oft mehr als ausgleichen können.
Setzen Sie auf wissenschaftlich fundierte Vorsorge
Die präventive Kardiologie bietet Ihnen die Chance, Ihre Herzgesundheit auf der Basis von Fakten und wissenschaftlicher Evidenz zu managen. In der Praxis von Dr. Raphael Bruno übersetzen wir die neuesten Erkenntnisse der Forschung in einen personalisierten und umsetzbaren Plan für Sie. Überlassen Sie Ihre Gesundheit nicht dem Zufall. Vereinbaren Sie einen Termin für eine umfassende präventive Beratung.
Öffnungszeiten:
Dienstag: 08:00 – 17:00 Uhr
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Termine nach Vereinbarung.