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Das Sportler-EKG

Prävention des plötzlichen Herztods und Abgrenzung des Sportherzens vom kranken Herzen

Autoren:
Dr. med. Dierk-Christian Vogt
Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel
Dr. med. Rainer Steinhard

Der plötzliche Herztod (PHT) bei Athleten und Freizeitsportlern stellt nicht nur wegen des individuellen Schicksals und dem breiten Öffentlichkeitsinteresse, sondern auch wegen seiner komplexen Genese eine ärztliche Herausforderung dar. Insgesamt handelt es sich zwar um ein relativ seltenes Ereignis (1: 40.000 – 1: 80.000), jedoch kann durch eine frühzeitige Identifikation einer Grunderkrankung ein PHT effektiv vermieden werden.
Hierbei sollte berücksichtigt werden, dass auch die EKG-Untersuchung nicht alle zum PHT führenden kardialen Erkrankungen vollständig erfassen kann (KHK, Koronaranomalien, inkomplette Expression einer Krankheit, Myokarditis, Dopingfolgen etc.). Ein EKG-Screening dieser großen Population verlangt besondere Kenntnis der Besonderheiten des Verfahrens bei Athleten. Die Unterscheidung von trainingsbedingten Veränderungen zu pathologischen Varianten stellt oft eine Herausforderung dar.

EKG-Veränderungen beim Sportler

Im Jahr 2015 wurden die „Revised Seattle-Kriterien“ oder „International recommendations for electrocardiographic interpretation in athletes“ als derzeitiger Standard der EKG- Untersuchung beim Athleten von Sharma S. et al zeitgleich in den führenden europäischen und amerikanischen Journalen ( European Heart Journal (EHJ), Journal of the American College of Cardiology (JACC), British Journal of Sports Medicine (BJSM) veröffentlicht.

Schema möglicher EKG Veränderungen beim Sportler: Trainingsbedingte adaptive Veränderungen, Borderline Veränderungen, ungewöhnlich nicht sportbedingte Veränderungen, Normvarianten und pathologische Veränderungen

Standardisiert wurden trainingsbedingte typische EKF-Veränderungen von potenziell pathologischen EKG-Veränderungen abgegrenzt. Didaktisch geschickt wurde ein Ampelsystem gewählt, wonach „grüne“ EKG-Befunde festgelegt wurden, bei deren Vorliegen – immer eine unauffällige Anamnese und Familienanamnese vorausgesetzt – keine weitere Abklärung erforderlich ist. Es gibt „rote“ Befunde, die unbedingt weiter abgeklärt werden sollten und „gelbe“ Graubereich- oder Borderlinebefunde.

Dr. med. Dierk-Christian Vogt, Dr. med. Susanne Berrisch-Rahmel, Dr. med. Rainer Steinhard Sharma S. et al, Eur Heart J 2018;39:1466–1480

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